Abgrenzung

Pre-Recruiting und seine Nachbarn

Pre-Recruiting ersetzt keine bestehende Disziplin. Es liegt vor ihnen und entscheidet, ob sie das Richtige treffen.

Benachbarte Disziplinen

Was vor und was nach Pre-Recruiting liegt

Die vier folgenden Disziplinen setzen alle an einem späteren Punkt an als Pre-Recruiting. Sie brauchen die Rollen-Definition, die in der Phase davor entsteht.

DisziplinSetzt an beiVerhältnis zu Pre-Recruiting
Recruitingder Suche und Auswahlfolgt auf Pre-Recruiting
Active Sourcingder aktiven Ansprachebraucht die Rollen-Definition als Grundlage
Executive Searchder Besetzung von Führungwird durch Pre-Recruiting präziser
Anforderungs­managementder Kriterien-Listeein Schritt in Pre-Recruiting, nicht das Ganze

Anforderungsmanagement ist der Sonderfall in dieser Liste. Es ist kein Nachbar, sondern ein Teil von Pre-Recruiting. Eine Kriterien-Liste beschreibt, was eine Person können soll. Pre-Recruiting fragt zuerst, was die Rolle leisten muss, und leitet die Kriterien daraus ab.

Pre-Recruiting und seine Nachbar-Disziplinen an einer Achse Eine horizontale Hiring-Achse mit der Station Suche und Ausschreibung. Links der Suche liegt Pre-Recruiting, das die Rolle vor der Suche klärt. Anforderungsmanagement ist als eingerücktes Feld innerhalb von Pre-Recruiting dargestellt, ein Schritt darin, nicht das Ganze. Rechts der Suche folgen die Nachbar-Disziplinen Recruiting, Active Sourcing, Executive Search, Qualifizierung, Hiring-Entscheidung und Onboarding, die auf der geklärten Rolle aufsetzen. VOR DER SUCHE FOLGT AUF DIE KLÄRUNG Suche / Ausschreibung Pre-Recruiting klärt die Rolle vor der Suche Anforderungs- management ein Schritt darin, nicht das Ganze Recruiting folgt auf Pre-Recruiting Active Sourcing braucht die Rollen-Definition Executive Search wird durch Pre-Recruiting präziser Qualifizierung baut auf der Rollen-Definition auf Hiring-Entscheidung misst an den geklärten Kriterien Onboarding folgt der definierten Rolle
Pre-Recruiting und seine Nachbar-Disziplinen an einer Achse

Häufige Verwechslungen

Drei Begriffe, die ähnlich klingen und etwas anderes meinen

Der Wortstamm „Pre" führt in die Irre. Diese drei Begriffe liegen entweder nach der Zusage oder zielen auf die Person statt auf die Rolle.

BegriffMachtUnterschied
Pre-Hire Assessmenttestet Kandidat:innenPre-Recruiting klärt die Rolle, nicht die Person
Pre-Selectionfiltert Bewerbungensetzt voraus, dass die Rolle bereits definiert ist
Pre-Boardingbegleitet vor dem ersten Tagliegt nach der Zusage, nicht vor der Suche

Pre-Hire Assessment

Ein Pre-Hire Assessment misst Eignung: Tests, strukturierte Interviews, Arbeitsproben. Es bewertet Menschen. Pre-Recruiting findet vorher statt und bewertet nichts. Es legt fest, woraufhin später überhaupt bewertet wird.

Pre-Selection

Pre-Selection sortiert eingegangene Bewerbungen vor. Das geht erst, wenn eine Rolle ausgeschrieben ist und Bewerbungen vorliegen. Pre-Recruiting liegt vor der Ausschreibung und sorgt dafür, dass die Vorauswahl an den richtigen Kriterien ansetzt.

Pre-Boarding

Pre-Boarding begleitet die zukünftige Person zwischen Unterschrift und erstem Arbeitstag. Es liegt am Ende des Prozesses, nicht am Anfang. Mit der Phase vor der Suche hat es nichts zu tun.

Wo die vier „Pre-"-Begriffe im Besetzungsprozess sitzen Eine horizontale Zeitachse des Besetzungsprozesses von links nach rechts mit vier Stationen: Rolle klären, Suche und Ausschreibung, Auswahl, Zusage und erster Tag. Der Abschnitt vor der Suche ist als Zone „vor der Suche, die Rolle" hervorgehoben, der Abschnitt danach als „nach der Suche, die Person". Pre-Recruiting sitzt als einziger Begriff in der linken Zone und klärt die Rolle. Pre-Selection filtert kurz nach der Suche Bewerbungen, Pre-Hire Assessment testet Kandidat:innen in der Auswahl, Pre-Boarding begleitet vor dem ersten Tag. VOR DER SUCHE · DIE ROLLE NACH DER SUCHE · DIE PERSON Rolle klären Suche / Ausschreibung Auswahl Zusage und erster Tag Pre-Recruiting klärt die Rolle Pre-Selection filtert Bewerbungen, setzt die Rolle voraus Pre-Hire Assessment testet Kandidat:innen Pre-Boarding begleitet vor dem ersten Tag
Wo die vier „Pre-“-Begriffe im Prozess sitzen

Org-Ebene

Pre-Recruiting und Job Architecture

Job Architecture ist die org- und marktweite Landkarte aller Rollen: Job-Families, Level, Aktivitäts-Bündel. Sie beschreibt, wie Rollen strukturiert sind und wie sie sich verändern. Pre-Recruiting arbeitet eine Ebene darunter. Es entwirft die einzelne Rolle, bevor sie gesucht und in diese Architektur einsortiert wird: ihr Outcome, ihre Entscheidungsrechte, woran sie nach zwei Jahren gemessen wird.

Das Verhältnis kennt man aus dem Software-Engineering. Requirements Engineering klärt, was eine Komponente leisten muss, bevor die Architektur sie einordnet. Pre-Recruiting ist das Requirements Engineering der Rolle: die frühere Disziplin, die der Architektur das Material liefert.

Beide brauchen einander. Die Landkarte sagt, wo eine Rolle sitzt. Sie sagt nicht, was diese eine Rolle jetzt leisten muss, damit die Besetzung trägt. Diese Frage beantwortet Pre-Recruiting, an der einzelnen Rolle, mit den realen Beteiligten.

Grenze

Wo Pre-Recruiting aufhört

Pre-Recruiting endet, wenn die Rolle steht: ihr Zweck, ihr Engpass, ihre Erfolgskriterien, das Bild der passenden Person. Ab da übernehmen Suche, Auswahl und Onboarding. Pre-Recruiting sucht niemanden, wählt niemanden aus und stellt niemanden ein. Es entscheidet nur, woraufhin all das geschieht.